Neues Wertungssystem trotz Chaos in den Ligen
Ganz ehrlich, welche Besserung bringt die Neueinführung eines Wertungssystems dem deutschen Basketball? Zwei Punkte für den Sieger einer Partie, ein Punkt für den Verlierer? Was macht da schon den Kohl fett?
So gesehen kann es gleich auf die 1/0-Logik heruntergebrochen werden, wie es typisch für Bilanzen im Profisport ist. Gezählt werden nur Siege, und natürlich auch Niederlagen – der Faktor Siege/absolvierte Partie ergibt dann die Prozentquote und fertig ist die Rangordnung, nach der die Liga geordnet wird. Hinzu kommt notfalls noch der direkte Vergleich bei eventueller Punktgleichheit – und gut ist.
Dort mit neumodischer Algebra zu arbeiten, nur um international einen Konsens zu erzielen, bringt doch eigentlich überhaupt nichts. Da mag es zwar beruhigend klingen, wenn BBL-Boss Jan Pommer betont: “Ich habe mich eigentlich an die alte Wertung mit zwei Punkten für den Sieger ganz gut gewöhnt, aber vielleicht gelingt mir das in Zukunft ja auch mit der neuen Punktevergabe.” Rationaler Anspruch sieht anders aus.
Während also über neue Darstellungsmöglichkeiten der sportlichen Qualität diskutiert wird, ist es umso dramatischer mit ansehen zu müssen, wie der Sport mehr und mehr der Wirtschaft zum Opfer fällt. Der Pleitegeier bringt Unsicherheit und damit Existenzangst. Vom Oberhaus bis in die ProA und ProB überlegensich die Teams, ob sie den ökonomischen Anforderungen der jeweiligen Liga überhaupt gewachsen sind. Sportliche Absteiger verkommen zur Fußnote, wenn man bedenkt, dass Nördlingen freiwillig aus der BBL verschwindet, Bremen und Schalke die Segel in der ProA streichen und auch in der ProB einige Teams in der Saison 2009/10 nicht mehr an den Start gehen werden, sondern lieber in der Regionalliga auf Körbe werfen.
Die Übersicht, welche Team aktuell in welcher Liga zu verorten sind:
Basketball Bundesliga (BBL)
Sportliche Aufsteiger (der ProA): Hagen, Mitteldeutscher BC
Berlin, Bonn, Bamberg, Oldenburg, Göttingen, Braunschweig, Quakenbrück, Trier, Frankfurt, Ulm, Paderborn (?), Ludwigsburg, Tübingen, Köln, Düsseldorf
Sportliche Absteiger: Bremerhaven, Gießen
Technische Absteiger: Nördlingen
Großes Fragezeichen:
- Ein Team fehlt noch? Wildcard oder nicht? Wer komplettiert die BBL 2009/10? Oder gibt es eine Hauruck-Verkleinerung der Liga?
- Was ist eigentlich aus der Idee geworden, in Hamburg ein Profi-Team zu installieren? Ende letzten Jahres schlug eine Plan zweier US-Investoren große Wellen, auch von einer Wildcard war die Rede.
ProA
Sportliche Aufsteiger (der ProB): Crailsheim, Wolfenbüttel
Bayreuth, Karlsruhe, Kirchheim, Jena, Chemnitz, FC Bayern München, Homburg, Heidelberg, Cuxhaven, Essen, Langen, Nördlingen (Rückzug aus BBL), Bremerhaven und Gießen (falls keine Wildcard-Vergabe)
Technische Absteiger: FC Schalke 04, Bremen
ProB
Voraussichtliche sportliche Aufsteiger (aus der Regionalliga): Weißenhorn, Würzburg, Rist-Wedel, Bayer Leverkusen
Herten, Landshut, Hannover, Osnabrück, Rhöndorf, Braunschweig, Ehingen, Breitengüßbach, Stahnsdorf
Sportliche Absteiger (hinfällig aufgrund vier technischer Absteiger): Franken Hexer, BIS Speyer, Freiburg
Technische Absteiger: Telemotive München, Mainz
Auf der offiziellen Webseite der 2. Liga heißt es:
Mit einer Entscheidung, welche Teams in der kommenden Saison in den Spielgruppen ProA und ProB der 2. Basketball-Bundesliga an den Start gehen werden, kann Mitte Juli gerechnet werden. Dazu Martin Hornberger, Vorstandsvorsitzender der AG 2. Bundesliga:
„Zahlreiche Antragsteller haben Lizenzbescheide mit Bedingungen und/oder Auflagen erhalten, die bis zum 30.06. zu erfüllen sind. Gerade, weil es teilweise darum geht Einnahmen nachzuweisen, macht eine frühere Entscheidung keinen Sinn. Zudem steht aktuell noch nicht fest, wie viele BBL-Teams in die 2. Bundesliga absteigen.“
Weitere Informationen zum Thema gibt es beim Grübler, der sich zum einen fragt, wie viele Absteiger es geben kann und zum anderen über die Abstiegssituation philosophiert.

