Nationalspieler Schwethelm nach Bremerhaven

Freude und Leid bei den Eisbären Bremerhaven: Der neu verpflichtete Führungsspieler Steven Esterkamp, den der neue Head Coach Doug Spradley von seinem ehemaligen Verein Paderborn quasi mitgenommen hat, laboriert an einem Riss des Innenmeniskus im linken Knie. Der US-Forward zog sich die Verletzung bei einem Testspiel gegen Cuxhaven zu und wird voraussichtlich vier Wochen ausfallen.

Doch nun zur erfreulichen Nachricht in doppelter Hinsicht: Ein deutscher Nationalspieler bleibt in Deutschland. Nach der Insolvenz der Köln 99ers hat der 20-jährige Philipp Schwethelm, der bei den Rheinländern vier Jahre lang auf Korbjagd ging (siehe Grafik), einen neuen Arbeitgeber. Bei den Seestädtern erhält der 1,98 Meter große Flügelspieler einen Zweijahresvertrag.

Eisbären-Coach Doug Spradley kommentiert:

Philipps Verpflichtung gleich für zwei Jahre ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Er ist einer der besten Spieler seines Jahrgangs, besitzt aber noch viel Potenzial. Wir wollten einen Spieler mit Qualität für die Bundesliga, der uns sofort helfen kann. Auch wenn Philipp noch jung ist, kann er diese Rolle meiner Meinung nach ausfüllen.

Kapitän Jan Lipke verfügt sicher von Spielanlagen her über ähnliche Fähigkeiten, aber das zarte Alter Schwethelms spricht für verheißungsvolle Fanfreuden – und harte Trainingsduelle um Einsatzzeit.

Schwethelm ist neben Lipke, Jonathan Moore und den Nachwuchsspielern Mark Grube und Anthony Canty der fünfte Deutsche bei den Norddeutschen. Die restlichen Positionen im Kader bekleiden allesamt US-Amerikaner. Die Übersicht der Rotation hat der Grübler bereits nach der Knallerverpflichtung von Jeffs Gibbs verkündet. Nun ist das Team noch tiefer besetzt, zumal Slasher Schwethelm sowohl Shooting Guard als auch Small Forward spielen kann. Positiver Nebeneffekt: Spielzeit für Schwethelm bedeutet gewissermaßen Refinanzierung, da bei ihm der Ausbildungsfonds der BBL greift.

Wie bereits erwähnt, ist Schwethelm einer der Nationalspieler, die von seiner Vereinslosigkeit erlöst wird. Die vertragslose Nationalspielergarde liest sich immer noch wie ein schlagfertiges Team. Zuletzt wurde jedoch gemunkelt, dass sowohl Tim Ohlbrecht (Bonns Head Coach Michael Koch: “Er hat großes Potenzial. Er kann laufen, er kann springen, er kann werfen, er kann rebounden. In seiner Altersstufe ist er für mich einer der Besten auf dieser Position in Europa“, schreibt der Bonner General-Anzeiger.) und Tibor Pleiß (Bei der DBB-Vorbereitung in Leverkusen wurde er mit Bambergs Coach Chris Fleming gesehen (Quelle: Five #61, S.9) und auch Court-Vision.de zitierte Flemings Absichten von der Verpflichtung eines talentierten Centers: “In den nächsten Tagen werden wir Bescheid wissen, es wird ein deutscher Center sein.” Die Nürnberger Abendzeitung löschte aber alle aufflammenden Spekulationen, denn Philipp Neumann ist der neue Big Man mit Doppellizenz.) bald wieder in der BBL zu sehen sein könnten. Es tut sich also etwas auf dem Transfermarkt. Und die EM in Polen wird weitere Vereine auf die deutsche Basketballelite aufmerksam machen.

Abschließend noch – wie schon beim Beitrag über Nadjfejis Wechsel nach Tübingen – die Karriereentwicklung des neuen Eisbären.

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