in der aktuellen FORWARD-Ausgabe 1/2011, S. 59: Dallas dominiert, Dirk überragend
In Top-Form am Twittern
(erschienen in FORWARD 6/2010, S. 38)
Dirk Nowitzki präsentiert sich zu Beginn seiner 13. NBA-Saison in bestechender Form. Außerdem hat der Deutsche das Twittern entdeckt.
Die 13. NBA-Saison für Deutschlands besten Basketballexport ist bislang individuell ein voller Erfolg. Mit beeindruckender Wurfquote und entsprechend hohen Punktzahlen zeigt sich Dirk Nowitzki in Topform. Der Würzburger war in vier der ersten sechs Saisonspiele Topscorer seines Teams und steht mit knapp 25 Zählern pro Begegnung unter den fünf besten Korbjägern der Liga. Auffällig sind dabei zwei Dinge: Zum einen nimmt der Mavs-Star in diesem Spieljahr äußerst wenig Würfe von jenseits der Dreipunktelinie, zum anderen hat er bisher bei Korbvorlagen ebenfalls kaum etwas vorzuweisen. Der Grund dafür ist einfach: Headcoach Rick Carlisle setzt seine 2,13 Meter große Wurfmaschine hauptsächlich als Vollstrecker aus Nah- und Mitteldistanz ein. Das häufige Resultat ist der „Signature Move“ des Deutschen: ein Wurf im Zurückfallen auf Höhe der Freiwurflinie. Eben deshalb trifft Nowitzki im bisherigen Saisonverlauf deutlich über 55 Prozent aus dem Feld und steht damit unter den 20 treffsichersten Schützen der gesamten NBA.
Während Nowitzki sich sportlich in bestechender Form präsentiert, hat er auch die direkte Interaktion mit seinen Fans für sich entdeckt. Bei Twitter schreibt der große Blonde unter der Adresse twitter.com/swish41 Notizen an seine Fans. Dort fragte er kürzlich nach, was mit seiner Löwenmähne geschehen solle. Prompt gingen diverse Vorschläge ein, von Irokesen- bis Stoppelhaarschnitt. Einige Tage später präsentierte er das Resultat auf dem Platz. Gegen Boston zeigte er sich mit neuer Frisur und entschied das Spiel kurz Schluss. „Dirk hat sich die Haare schneiden lassen“, witzelte Teamkollege Jason Terry. „Genauso sah er als MVP aus.“ Wenn das mal kein gutes Omen ist.
Der 13. Anlauf zum Titel
(erschienen in FORWARD 5/2010, S. 39)
Dirk Nowitzki hat im Sommer für vier Jahre in Dallas verlängert. Auf die WM in der Türkei verzichtete er, um sich voll und ganz auf die Titeljagd mit den Mavericks zu konzentrieren.
Für Dirk Nowitzki endet ein langer Sommer. Auf das Playoff-Aus gegen San Antonio Ende Mai folgte der Vertragspoker. Der Würzburger hatte die Option, seinen Vertrag aufzulösen und zu wechseln. Nowitzki stieg also aus seinem Kontrakt aus, um kurz darauf bei den Texanern für vier Jahre zu verlängern. Dabei verzichtete er auf knapp 16 Millionen Dollar, damit ein weiterer Superstar nach Texas gelockt werden konnte. Doch die Verhandlungen scheiterten. Auch der Versuch von Kumpel Steve Nash, den Forward nach Phoenix zu locken, scheiterte. Am Ende siegte die Loyalität: „Mir kann niemand die Meisterschaft garantieren“, erklärte der 2,13-Meter-Riese. „Ich habe alle Optionen durchgespielt. Für mich war Dallas einfach die richtige Entscheidung.“
Nach der Vertragsverlängerung folgten zweieinhalb Monate Basketballpause und Pressetermine in Europa. Wie schon 2009 verzichtete Nowitzki auf die deutsche Nationalmannschaft, die ohne ihn bei der WM in der Türkei viel Lehrgeld zahlten musste. Stattdessen bereitete sich der Würzburger auf sein letztes sportliches Ziel vor: die NBA-Meisterschaft. In Rattelsdorf trainierte der Blondschopf seit Mitte August mit Mentor Holger Geschwindner. Topfit und mit geringerem Gewicht wird Nowitzki in sein 13. NBA-Jahr gehen. An seiner Seite steht dann mit Brendan Haywood und Tyson Chandler „eine der besten Center-Combos, die wir je hatten“. Dazu kommt Korbjäger Caron Butler, der im letzten Vertragsjahr steht.
Auf dem Papier haben die Dallas Mavericks den drittteuersten Kader der Liga. Ob das am Ende für den NBA-Titel reichen wird, bleibt abzuwarten. Aber Nowitzki gibt sich kämpferisch: „Ich glaube nicht, dass wir uns im Westen verstecken müssen. Außer den Los Angeles Lakers gibt es dort keinen Favoriten.“
